Symptome eines Schlaganfalls: Erkennen und Handlungsstrategien
Aktualisiert Mittwoch, 26. März 2025 um 11:00 | 13 Minuten Lesezeit

In Deutschland erleiden Schätzungen zufolge jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall (Apoplex). Weltweit gehört dieser zu den hauptsächlichen Ursachen für körperliche und psychische Beeinträchtigungen im Erwachsenenalter und auch zu den häufigsten Todesursachen. Dennoch wissen viele nicht, welche Zeichen auf einen Schlaganfall oder eine Blutung im Gehirn (Hirnblutung) hindeuten und wie wichtig eine schnelle Behandlung ist. Dadurch geht oftmals sehr viel Zeit verloren, bis der betroffene medizinische Hilfe erhält.
Durch eine frühzeitige Therapie vom Schlaganfall lassen sich sowohl mögliche bleibende Behinderungen als auch das Sterberisiko deutlich reduzieren. Deshalb ist es wichtig, auf alarmierende Symptome zu achten und bei einem entsprechenden Hinweis dafür zu sorgen, dass die betroffene Person schnellstmöglich Hilfe bekommt. Das gilt auch, wenn die Symptome nach wenigen Minuten wieder abklingen. Solche kurzzeitigen Episoden mögen harmlos wirken. Sie sind jedoch ernstzunehmende Vorboten für einen schwerwiegenden Schlaganfall und dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Eine bedeutende Rolle bei der Erkennung eines Schlaganfalls spielt der sogenannte FAST-Test, mit dem auch ungeübte Personen mit hoher Genauigkeit einen Schlaganfall feststellen können. In diesem Artikel erfahren Sie, wie dieser Test funktioniert, wie Sie bei einem Notfall richtig reagieren und die Vorboten erkennen und welche Möglichkeiten der Therapie und Rehabilitation es bei Schlaganfällen gibt.
Inhalt:
Frühe Anzeichen und WarnsignaleWie äußert sich ein leichter Schlaganfall?Symptome eines schweren SchlaganfallsUnterschiede in den Symptomen bei Männern und FrauenFrühe Schlaganfall-Symptome erkennen: Der FAST-TestBehandlung und Erholung nach einem SchlaganfallPrävention und RisikomanagementFazit:FAQ:Frühe Anzeichen und Warnsignale
Der Begriff Schlaganfall steht für einen plötzlich auftretenden Ausfall von Gehirnfunktionen. Unterschieden werden primär folgende zwei Erkrankungsformen:
ischämischer Schlaganfall (Hirninfarkt): Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) oder eine Gefäßverkalkung.
hämorrhagischer Schlaganfall (Hirnblutung): Bluteintritt ins Gehirn nach dem Platzen oder Reißen eines Gefäßes
Bei beiden Varianten werden Hirnareale nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Je später die Behandlung einsetzt, desto gravierender sind die Schäden und somit auch die Folgen.
Schlaganfall-Symptome treten in aller Regel abrupt ein. Welche Anzeichen sich in welcher Stärke zeigen, hängt davon ab, welche Stelle vom Gehirn betroffen ist. Handelt es sich beispielsweise um ein Blutgefäß im Sprachzentrum, sind das Sprechvermögen und das Sprachverständnis gestört.
Was sind die Vorboten eines Schlaganfalls?
Bei circa einem Drittel aller betroffenen Menschen deuten verschiedene Schlaganfall-Symptome auf einen nahenden Hirnschlag hin. Zu den wichtigsten zählen:
kurzzeitige Taubheit, Schwäche oder Lähmung einer Körperhälfte
Sehstörungen oder vorübergehendes Erblinden auf einem Auge
kurzzeitige Sprachstörung (Probleme mit dem Sprechen oder dem Verständnis)
plötzliche sehr starke Kopfschmerzen
Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen, Drehschwindel, unsicherer Stand
Desorientierung
Bewusstseinsstörungen
Dauer von den Schlaganfall Symptomen?
Schlaganfall-Symptome können nach wenigen Minuten wieder vergehen, aber auch über Stunden anhalten und sich verschlimmern. Verschwinden sie innerhalb eines Tages, kann es sich um eine transitorische ischämische Attacke (TIA) handeln. Um die Diagnose einer TIA zu sichern ist das aufsuchen einer Klinik sehr wichtig. Durch eine Einnahme von Blutverdünnern für das restliche Leben ist es oftmals möglich, einen vollständigen Schlaganfall zu verhindern oder wenigstens dessen Folgen abzumildern.
Was ist ein stiller Schlaganfall?
Manchmal macht sich ein Apoplex lediglich durch eine kurzzeitige taube Lippe bemerkbar. Dann ist die Rede vom stillen oder unbemerkten Schlaganfall. Auch dieser kann eine Vorstufe eines schweren Hirnschlags sein. Daher ist hier ebenfalls ärztliche Abklärung inständig zu empfehlen. Dabei handelt es sich um einen kurzzeitigen Verschluss von einem Gefäß. 1

Wie äußert sich ein leichter Schlaganfall?
Ein leichter Apoplex, auch als transitorische ischämische Attacke bezeichnet, wird durch eine temporäre Durchblutungsstörung ausgelöst, bei der jedoch kein Hirngewebe abstirbt. Typische Anzeichen für Mini-Schlaganfäll sind kurzzeitige Lähmungserscheinungen, Sehbeeinträchtigungen und Sprachstörungen. Es handelt sich also um die gleichen Symptome, wie bei einem richtigen Schlaganfall, nur dass die Dauer der Symptome nach weniger als 24 Stunden vergehen. Diese Symptome eines Schlaganfalls zu erkennen, kann Spätfolgen verhindern, vor allem bei einem ischämischen Schlaganfall. Ob es sich bei den Symptomen um einen voll ausgeprägten Schlaganfall oder eine TIA handelt kann der Patient erst wissen, wenn die Symptome vergehen, deshalb sollte in jedem Fall der Notarzt gerufen werden
Sprachprobleme
Sprachprobleme bei einem leichten Schlaganfall reichen von Wortfindungsstörungen bis hin zu unverständlichem Sprechen. Manche Patienten haben auch Schwierigkeiten beim Verstehen gesprochener Sprache.
Sehstörungen
Oft kommt es bei einem Mini-Schlaganfall zu einer plötzlichen Verschlechterung des Sehens auf einem oder beiden Augen. Häufig berichten Betroffene von einem Blitzen oder einem Schleier vor den Augen. Zum Teil geht auch das Sehvermögen in einem Augenbereich verloren.
Sensibilitätsstörungen
Einige Patienten bemerken ein Kribbeln oder Taubheitsgefühle. Selbst wenn diese mild sind, sollten sie keinesfalls ignoriert werden. Insbesondere das Auftreten auf nur einer Körperseite kann auf einen Schlaganfall oder eine TIA hindeuten.
Die einzige Möglichkeit, eine vorübergehende Durchblutungsstörung von einem vollständigen Schlaganfall zu unterscheiden, ist eine umfassende ärztliche Diagnostik. Bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie (MRT) können das Ausmaß etwaiger Schäden zeigen. Zur Ermittlung der Ursache kann der Arzt außerdem ein Echokardiogramm oder eine Ultraschalluntersuchung anordnen.
Eine TIA für sich hinterlässt keine bleibenden Schäden. Bei vielen Patienten kommt es aber anschließend innerhalb von sieben Tagen zu einem richtigen Schlaganfall. Deshalb ist es enorm wichtig, die Ursachen abzuklären und zu behandeln. Durch eine rasche Abklärung der Symptome lässt sich das Schlaganfallrisiko um etwa 80 Prozent reduzieren. 2

Symptome eines schweren Schlaganfalls
Im Grunde sind die Symptome bei einem schweren Schlaganfall dieselben wie bei einem leichten. Sie sind jedoch wesentlich intensiver und gehen nicht von allein wieder weg.
Schlaganfall im Großhirn
Bei einem Hirnschlag im Großhirn hängen die Symptome und Folgen davon ab, ob die rechte oder die linke Hälfte vom Gehirn betroffen ist.
Liegt die Ursache in der rechten Hälfte des Gehirns, kommt es unter anderem zu Einschränkungen der räumlichen Wahrnehmung und zu Orientierungsstörungen. Zudem sind Persönlichkeitsveränderungen möglich, beispielsweise in Form einer Depression. Darüber hinaus kann der sogenannte „Neglect“ Folge eines Schlaganfalls im Parietallappen sein, zu 85% auf der rechten Seite. Bei dieser Störung nehmen die Patienten eine Hälfte ihrer Sinneseindrücke nicht mehr richtig war. Ebenfalls typisch sind halbseitige Lähmungserscheinungen.
Betrifft ein Schlaganfall die linke Hälfte vom Gehirn, gehören Sprachstörungen bis hin zum Sprachverlust (Aphasie) zu den charakteristischen Symptomen eines Schlaganfalls. Das liegt daran, dass sich das Zentrum für Sprachverständnis und Sprachproduktion bei den meisten Menschen in der linken Gehirnhälfte befindet. Auch bei einem linksseitigen Schlaganfall können halbseitige Lähmungen auftreten.
Schlaganfall im Kleinhirn
Zu den häufigsten Anzeichen für einen Kleinhirn-Schlaganfall zählen:
Gleichgewichtsstörungen
Koordinationsstörungen
Sprechstörungen
Zittern
Schlaganfall im Stammhirn
Mögliche Symptome eines Hirnschlags im Stammhirn sind:
Sehstörungen
Bewusstseinsstörungen
Schwindel
Übelkeit und Erbrechen
unkontrollierte Bewegungen
Sprech- und Schluckstörungen
Lähmungen an Arm und Bein 3
Um dem Patienten bestmögliche Chancen auf eine vollständige Genesung zu bieten, ist es wichtig, sofort den Notruf (112) zu wählen. Äußern Sie dabei ausdrücklich den Verdacht auf einen Schlaganfall. Des Weiteren gilt:
Lassen Sie den Betroffenen nicht allein. Sprechen Sie mit ihm und versuchen Sie, beruhigend auf ihn einzuwirken.
Setzen Sie den Patienten hin. Lagern Sie den Oberkörper möglichst um circa 30 Grad hoch. Bei Bewusstlosigkeit oder Erbrechen bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.
Lockern Sie beengte Kleidung. Entfernen Sie gegebenenfalls Zahnprothesen.
Geben Sie dem Betroffenen nichts zu trinken oder zu essen. Es könnte eine Schluckstörung vorliegen. Zudem sollte der Patient für die Behandlung in der Stroke Unit nüchtern sein.
Behalten Sie die Atmung und den Puls des Patienten im Blick. Leiten Sie bei einem Herz- oder Atemstillstand sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen ein. 4


platinum
Für die Kraft, aktiv zu bleiben
100 ml enthalten:
200 kсal
11 g Kohlenhydrate, 22 En%
10 g Protein, 20 En%
Omega-3-Fettsäuren
Ab inkl. MwSt. ( Packung)
Unterschiede in den Symptomen bei Männern und Frauen
Grundsätzlich leiden weibliche und männliche Schlaganfall-Patienten unter den gleichen Symptomen. Hinweise deuten aber darauf hin, dass Frauen häufiger von Schluckstörungen, Inkontinenz und Bewusstlosigkeit betroffen sind als Männer. 5
Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2021 befasste sich näher mit dem Thema. Ausgewertet wurden die Daten von 761.106 Patienten, die einen akuten ischämischen Schlaganfall erlitten hatten. Diese wurden im Schlaganfall-Register Nordwestdeutschland gesammelt und in zwei Perioden (2000 bis 2009 und 2010 bis 2018) unterteilt. Die Betroffenen waren durchschnittlich 72 Jahre alt. 48 Prozent waren Frauen. Im Ergebnis zeigte sich, dass weibliche Patienten bei der stationären Aufnahme häufiger eine stärkere Behinderung aufwiesen und im Durchschnitt älter waren als die männlichen. Die Mehrzahl konnte jedoch das Krankenhaus mit geringeren Beeinträchtigungen verlassen, was auf eine bessere Erholung schließen lässt. Zudem war die Krankenhaussterblichkeit niedriger. 6
Studien aus anderen Ländern kamen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass akute ischämische Schlaganfälle bei Frauen schwerwiegender verlaufen. Bezüglich der Chancen auf das Überleben und ein unabhängiges Leben nach dem Schlaganfall kommen sie zum Teil zu unterschiedlichen Resultaten. 7 8
Neben den einschlägigen Symptomen beschreiben Frauen häufig Anzeichen, die nicht direkt auf einen Schlaganfall hinweisen. Dazu gehören:
Gelenk- und Gliederschmerzen
Beschwerden beim Schlucken
Verwirrtheit
Übelkeit und erbrechen
Harninkontinenz
Atemnot und Kurzatmigkeit
Krämpfe
Schwächeanfälle
Ohnmacht
Bei atypisch Symptomen dauert es oftmals länger, bis die Diagnose gestellt wird. Dadurch kann sich die medizinische Versorgung verzögern. Deshalb sollten Sie beim leisesten Verdacht ins handeln kommen und sofort den Notarzt anrufen, auch wenn die Anzeichen eher untypisch oder nicht ganz eindeutig sind. 9

Frühe Schlaganfall-Symptome erkennen: Der FAST-Test
Relativ einfach und effektiv lassen sich mögliche Anzeichen eines Schlaganfalls mit dem FAST-Test identifizieren. Dieser konzentriert sich auf grundlegende motorische und sprachliche Aspekte, mit denen ein Schlaganfall nahezu immer einhergeht.
FAST steht für:
Face (Gesicht): Fordern Sie den Patienten auf, die Stirn zu runzeln oder zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab oder bleibt die Stirn auf einer Seite glatt, deutet das auf eine halbseitige Lähmung vom Gesicht hin.
Arms (Arme): Der Patient soll seine Arme nach vorn strecken und dann beide Handflächen nach oben drehen. Gelingt ihm das nicht, kann das ebenfalls das Anzeichen eines Schlaganfalls sein.
Speech (Sprache): Lassen Sie den Patienten einen einfachen Satz nachsprechen. Ist die Sprache undeutlich oder verwaschen, sollten Sie gleichfalls hellhörig werden.
Time (Zeit): Kann der Betroffene auch nur eine dieser Aufgaben nicht erfüllen, zögern Sie nicht. Wählen Sie sofort den Notruf, damit der Patient schnellstmöglich in eine spezielle Stroke Unit kommt.
Um eine noch detailliertere Einschätzung der Symptome zu ermöglichen und eine schnellere Diagnose und Behandlung zu unterstützen, lässt sich das FAST-Schema zu BE-FAST erweitern. Die beiden zusätzlichen Buchstaben bedeuten:
Balance (Gleichgewicht): Der Patient soll versuchen, auf einem Bein zu stehen.
Eyes (Augen): Befragen Sie den betroffenen Menschen nach Doppelbildern und anderen Sehstörungen.
Ebenfalls möglich ist eine Erweiterung zu FAST4D, das zusätzlich Symptome eines vertebrobasilären Schlaganfalls umfasst. Hierbei sind die Arteria vertebralis oder die Arteria basilaris betroffen. Typisch für einen Verschluss dieser Arterien sind vor allem folgende vier Symptome, die im Englischen alle mit D beginnen:
Dreh- und Schwankschwindel (Dizziness)
Dysmetrie/Ataxie (Deficit in field of view)
Doppelbilder (Diplopic images)
Gesichtsfelddefekte (Dysmetria)
Darüber hinaus gibt es die Erweiterung FAST+, bei der folgende Symptome beurteilt werden:
Facialisdefizit (herabhängender Mundwinkel)
Armschwäche
Sprachstörung
Beinschwäche
Herdblick (unwillkürliche, nicht beeinflussbare Augenbewegungen) 10

Behandlung und Erholung nach einem Schlaganfall
Die ersten Stunden nach Auftreten eines Schlaganfalls bestimmen über das Ausmaß der Folgeschäden. Schnelles Handeln ist unverzichtbar, um das Leben der Schlaganfallpatienten zu erhalten. Je länger die Durchblutung des Gehirns eingeschränkt oder unterbrochen ist, umso größer sind die daraus resultierenden Einschränkungen. Nicht ohne Grund lautet die Devise der Schlaganfall-Therapie „Time is Brain“ (deutsch: Zeit ist Gehirn).
Der erste Schritt nach Einlieferung in das Krankenhaus besteht darin, den Hauptgrund des Schlaganfalls festzustellen. Abhängig davon, ob es sich um einen Hirninfarkt durch eine verstopftes Gefäß oder um eine Blutung im Gehirn handelt, wird anschließend die weitere Behandlung eingeleitet.
Akuttherapie beim Schlaganfall
Bei einem Schlaganfall durch eine Ischämie geht es darum, die Ursache für die Durchblutungsstörung schnellstmöglich zu beseitigen, damit das Gehirn wieder mit Sauerstoff versorgt werden kann. Hierfür gibt es zwei Methoden:
Thrombolyse (auch: Lyse): In den Blutkreislauf oder direkt in das verschlossene Gehirngefäß wird ein Medikament injiziert, dass das Blutgerinnsel auflösen soll. Das muss innerhalb von viereinhalb Stunden nach Auftreten erster Symptome passieren. Die Lysetherapie eignet sich nicht für alle Patienten. Beispielsweise darf keine erhöhte Blutungsgefahr vorliegen.
Thrombektomie: Die Blockade wird chirurgisch mithilfe eines Katheters entfernt, der in den meisten Fällen in der Leiste des Patienten eingeführt wird. Das Verfahren kommt für circa 5 bis 10% der vom Schlaganfall betroffenen Menschen infrage. Anwendung findet es vorrangig bei einem größeren Blutgerinnsel, bei der eine medikamentöse Behandlung nicht zur Auflösung vom Blutgerinnsel ausreicht.
Akuttherapie bei der Hirnblutung
Bei einer Hirnblutung verdrängt das austretende Blut das umliegende Gewebe. Der daraus resultierende Druck und die im Blut beinhalteten Stoffe können gesunde Gehirnteile schädigen. Es kann deshalb notwendig sein das Blut operativ zu entfernen. Um den Druck auf das Gehirn schnell zu reduzieren, werden manchmal Teile des Schädelknochens entfernt, die später wieder eingesetzt werden. 11
Rehabilitation nach Schlaganfällen
Die Rehabilitation beginnt bereits während der Krankenhausbehandlung und kann anschließend stationär, teilstationär oder ambulant fortgeführt werden. Die Maßnahmen sollen den betroffenen Menschen dabei helfen:
einen möglichst hohen Grad der Selbstständigkeit zu erreichen
einen besserer Umgang mit Einschränkungen zu erlangen
Lähmungen, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme, Sprachstörungen und andere Folgen des Schlaganfalls zu lindern 12
Typische Therapierichtungen bei der Schlaganfall-Reha sind:
Physiotherapie
Ergotherapie
Logopädie
Neuropsychologie
Gemeinhin reichen die Therapieeinheiten nicht für eine vollständige Genesung. Deshalb fördern viele Einrichtungen das Eigentraining, damit der Betroffene zu Hause selbstständig weiterüben kann. [13] Wertvolle Unterstützung bieten Selbsthilfegruppen, deren Adressen beispielsweise auf den Seiten der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe zu finden sind.


plus
Wenn der Körper Kraft braucht
100 ml enthalten:
200 kсal
11 g Kohlenhydrate, 22 En%
8 g Protein, 16 En%
Ab inkl. MwSt. ( Packung)
Prävention und Risikomanagement
Am besten können Sie Ihr Schlaganfall-Risiko senken, indem Sie auf einen gesunden Lebensstil achten und therapierbare Ursachen behandeln lassen. Insbesondere folgende Risikofaktoren können Sie sehr gut selbst beeinflussen:
Bluthochdruck
Bewegungsmangel
Übergewicht
Rauchen
Alkohol
Störungen des Fettstoffwechsels
Diabetes mellitus
Vorhofflimmern
All diese Risikofaktoren haben gemeinsam, dass sie unter anderem die Ursache für Arteriosklerose sind. Die Arteriosklerose bezeichnet die Verengung von einem Gefäß durch Ablagerungen an der Innenseite.
Viel können Sie schon durch regelmäßige körperliche Betätigung wie Wandern, Joggen, Radfahren oder Schwimmen und durch eine ausgewogene Ernährung erreichen. Bekommen Sie Ihre Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte allein durch eine gesunde Lebensführung nicht in den Griff, sollten Sie eine medikamentöse Behandlung in Erwägung ziehen. 14
Da ein verengtes Gefäß das Schlaganfall-Risiko signifikant erhöht, empfiehlt es sich, die Halsschlagader im Rahmen der Schlaganfallvorsorge untersuchen zu lassen. Bei gesetzlich Versicherten zahlen die Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre das abhören der Arterie am Hals. Ergibt sich dabei ein konkreter Hinweis darauf, dass die Arterie verengt sein könnte, kommt die Kasse zusätzlich für eine Ultraschalluntersuchung zur genauen Abklärung auf. Bei Beschwerden ist der Ultraschall auch unabhängig von der Vorsorgeuntersuchung eine Kassenleistung. 15
Haben Sie bereits eine transitorische ischämische Attacke oder einen Hirninfarkt erlitten, müssen Sie Medikamente einnehmen, damit sich keine neuen Blutgerinnsel bilden. Ohne eine solche Behandlung bekommen etwa 7% der von einer TIA betroffenen Personen innerhalb eines Jahres einen ischämischen Schlaganfall. Bei Patienten mit vollendetem Schlaganfall sind es sogar 10%. Für die medikamentöse Prävention kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die das Verklumpen der Blutplättchen verhindern (Thrombozytenaggregationshemmer) oder die Blutgerinnung vermindern (Antikoagulantien). 16

Fazit:
Ein Schlaganfall ist ein Notfall, der schnellstmöglicher medizinischer Hilfe bedarf. Typische Symptome sind Lähmungserscheinungen, plötzliche starke Kopfschmerzen, Gangunsicherheit und neurologische Ausfälle wie Seh-, Sprach- oder Bewusstseinsstörungen.
Mit Tests nach dem FAST-Schema können auch Laien schnell herausfinden, ob es sich bei den vorliegenden Symptomen um Anzeichen für einen Schlaganfall handelt. Grundsätzlich sollten Sie den Rettungsdienst auch im Zweifel oder bei nicht eindeutigen Beschwerden alarmieren. Damit erhöhen Sie die Chancen der betroffenen Menschen, sich wieder vollständig zu erholen.
Die meisten Schlaganfälle ließen sich durch die Vermeidung oder Behandlung der beeinflussbaren Risiko- und Lebensstilfaktoren verhindern. Das sind in erster Linie Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht und Herz-Rhythmus-Störungen. 100-prozentige Sicherheit gibt es zwar nicht, aber mit einer gesunden Führung von Ihrem Leben verschaffen Sie sich eine gute Ausgangslage, sollten Sie dennoch einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung erleiden.

FAQ:
Wie erkenne ich einen Schlaganfall?
Folgende plötzlich auftretende Symptome können Anzeichen für einen Schlaganfall sein:
Sehstörung
Sprach- und Sprachverständnisstörung
Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen
Schwindel mit Gangunsicherheit
sehr starke Kopfschmerzen
Es kommt vor, dass Schlaganfälle keines dieser Symptome hervorrufen. Zögern Sie im Zweifelsfall nie, sondern rufen Sie im Verdachtsfall den Rettungsdienst.
Wie lange im Voraus kündigt sich ein Schlaganfall an?
Erste Anzeichen können Tage, Wochen oder sogar Monate vorher auftreten. Allerdings gibt es auch betroffene Menschen, bei denen nichts auf einen herannahenden Hirnschlag hindeutet.
Was passiert kurz vor einem Schlaganfall?
Vor einem Schlaganfall kann eine transitorische ischämische Attacke mit temporären Schlaganfall-Symptomen auftreten. Nehmen Sie diese Warnzeichen unbedingt ernst und suchen Sie sofortige medizinische Hilfe.

LaVieCal® für alle
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.
LITERATURANGABEN
1, 4 https://www.pflege.de/krankheiten/schlaganfall/symptome-anzeichen/
2 https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/publikationen/im-fokus/2019/neurologie-vorbote-eines-schlaganfalls.html
3 https://www.pflege.de/krankheiten/schlaganfall/
5 https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0091302220300613?via%3Dihub
6 https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/STROKEAHA.120.032850
7 https://karger.com/ced/article-abstract/30/5/470/69436/Gender-Differences-in-Outcomes-after-Ischemic?redirectedFrom=fulltext
8 https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/JAHA.115.001967
9 https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/aktuelles/2022/schlaganfall-bei-frauen
10 https://flexikon.doccheck.com/de/FAST-Test
11 https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/fuer-betroffene/akutbehandlung/akutversorgung
12 https://www.gesundheitsinformation.de/schlaganfall-rehabilitation-und-rueckkehr-in-den-alltag.html
13 https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/fuer-betroffene/rehabilitation/das-wichtigste-in-kuerze
14 https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen-vermeiden/risiken-erkennen-und-vermeiden/tipps-zur-vorsorge/allgemein
15 https://www.igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/ultraschall-der-halsschlagadern-zur-schlaganfallvorsorge.html
16 https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/schlaganfall/praevention/
Das passende Produkt für Sie

PLUS
Wenn der Körper Kraft braucht
Hochkalorische Trinknahrung mit innovativer Formulierung zum Diätmanagement bei Mangelernährung
Erhältlich in 1 x 200ml und 30 x 200ml