Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und 2

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Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, ist ein Sammelbegriff für verschiedene Stoffwechselerkrankungen, die alle mit dauerhaft zu hohen Blutzuckerwerten einhergehen. Die Hauptformen sind der Typ-1-Diabetes und der Typ-2-Diabetes. Um eine effektive und sichere Therapie dieser Erkrankungen zu gewährleisten, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen den beiden Diabetes-Typen zu kennen.

Inhalt:

Was ist Diabetes mellitus und worin unterscheiden sich Typ 1 und Typ 2?Ursachen für Diabetes Typ 1 und Typ 2Symptome der beiden Diabetes-TypenBehandlungsmöglichkeiten für Diabetes Typ 1 und Typ 2Was ist Insulin und welche Rolle spielt es bei Diabetes?Risikofaktoren und Prävention des Diabetes Typ 1 und Typ 2Seltene Formen von Diabetes im Überblick: LADA, MODY und Typ 3

Was ist Diabetes mellitus und worin unterscheiden sich Typ 1 und Typ 2?

Von einem Diabetes mellitus ist die Rede, wenn die Konzentration des Blutzuckers (Glukose) vorübergehend oder dauerhaft über dem Normalwert liegt. Geregelt wird der Zuckeranteil im Blut durch den in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Botenstoff Insulin. Wirkt dieser nicht ausreichend und/oder wird in zu geringen Mengen oder überhaupt nicht produziert, verbleibt der Zucker im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt. 1

Während Typ-1-Diabetes auf einem Mangel an Insulin beruht, liegt beim Typ 2 ein vermindertes Ansprechen der Körperzellen auf das Hormon vor. Beim Typ-1-Diabetes setzen die Symptome häufig plötzlich und dramatisch ein. Der Typ 2 entwickelt sich meist schleichend über Jahre.

Ein weiterer Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und 2 besteht im Eintrittsalter. Beim Diabetes Typ 1 ist die Neuerkrankungsrate bei Kindern von 11 bis 13 Jahren am höchsten. Daher wurde diese Form früher auch als juveniler oder jugendlicher Diabetes bezeichnet. Der Diabetes mellitus Typ 2 macht sich meist erst nach dem 40. Lebensjahr bemerkbar, weshalb er früher Altersdiabetes oder Alterszucker genannt wurde. Inzwischen tritt er jedoch zunehmend auch bei jungen Erwachsenen oder sogar Jugendlichen auf. 2

Am weitesten verbreitet ist der Typ-2-Diabetes, der etwa 90 bis 95 Prozent aller Diabetes-Erkrankungen in Deutschland ausmacht. Obwohl der Diabetes Typ 1 deutlich seltener vorkommt, ist er die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Anders als der Diabetes Typ 2 ist der Typ 1 bislang nicht heilbar, sodass die Betroffenen ihr ganzes Leben lang auf eine Insulin-Therapie angewiesen sind. 3

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Ursachen für Diabetes Typ 1 und Typ 2

Die Auslöser für Typ-1-Diabetes sind bislang nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass an der Entstehung der Erkrankung viele unterschiedliche Gene beteiligt sind. Bisher konnten mehr als 20 krankheitsrelevante Genorte ermittelt werden. 4

Das größte Risiko, an Diabetes Typ 1 zu erkranken, haben Personen mit familiärer Belastung. Bei 10 bis 15 Prozent aller Typ-1-Diabetiker im Alter von bis zu 15 Jahren gibt es Verwandte ersten Grades, die ebenfalls Diabetes haben. Kinder erkrankter Väter entwickeln etwa dreimal so oft einen Typ-1-Diabetes wie Kinder diabetischer Mütter. Als weitere mögliche Einflussfaktoren stehen Umwelteinflüsse wie Infektionen und die frühkindliche Ernährung im Blickpunkt der Forschung im Bereich Diabetologie.

Bei der Entstehung des Diabetes mellitus Typ 1 spielen autoimmunologische Prozesse eine Rolle. Aus bisher unbekanntem Grund bildet das körpereigene Immunsystem Antikörper gegen die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Diese entzünden sich und werden im Verlauf von mehreren Monaten bis Jahren unwiderruflich zerstört. Die Insulinproduktion kommt nach und nach zum Erliegen. Durch den Mangel des Hormons können die Zellen Glukose nur unzureichend aufnehmen. Dadurch bleibt die Zuckerkonzentration im Blut dauerhaft erhöht. 5

Bei der Ausbildung eines Typ-2-Diabetes kommen verschiedene Ursachen zusammen. Dazu gehören unter anderem:

  • Vererbung

  • Übergewicht

  • Bewegungsmangel

  • eine gestörte Insulinausschüttung

  • die Unempfindlichkeit gegenüber Insulin

  • die gestörte Produktion bestimmter Darmhormone

Wie beim Diabetes Typ 1 muss auch hier eine genetische Veranlagung vorliegen. Ohne auslösende Faktoren wie Übergewicht oder Bewegungsmangel bliebe diese jedoch ohne gesundheitliche Folgen. 6

Zu Beginn des Typ-2-Diabetes erzeugt die Bauchspeicheldrüse noch ausreichend Insulin. Allerdings nehmen die Muskel-, Fett- und Leberzellen dieses immer schlechter auf. Zum Ausgleich verstärkt das Organ zunächst die Insulinproduktion, sodass der Insulinspiegel normal erscheint. Die relative Insulinkonzentration ist jedoch zu gering im Verhältnis zum erhöhten Blutzuckerspiegel. Reagieren die Zellen zunehmend unempfindlicher auf das Insulin, kann die Bauchspeicheldrüse das irgendwann nicht mehr kompensieren. 7

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Symptome der beiden Diabetes-Typen

Die beiden Formen von Diabetes mellitus können sich durch sehr ähnliche Symptome äußern. Zu den wichtigsten Anzeichen für einen hohen Blutzuckerspiegel zählen:

  • starkes Durstgefühl

  • häufiges Wasserlassen

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebsschwäche

  • Konzentrationsstörungen

  • Übelkeit

  • Schwindel

  • erektile Dysfunktion

Steigt die Glukosekonzentration im Blut auf mehr als 160 bis 180 mg/dl (8,9 bis 10,0 mmol/l) an, wird vermehrt Zucker über den Urin ausgeschieden. Erhöht sich der Glukosespiegel noch weiter, scheiden die Nieren zusätzlich Wasser aus. Dadurch ist bei Diabetikern die Urinmenge häufig sehr hoch (Polyurie). Da mit dem Urin überschüssige Kalorien ausgeschieden werden, können die Betroffenen Gewicht verlieren. 8

Ein sehr stark erhöhter Blutzuckerspiegel kann außerdem Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit (diabetisches Koma) hervorrufen. 9

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Behandlungsmöglichkeiten für Diabetes Typ 1 und Typ 2

Bei der Behandlung von Typ-1-Diabetes liegt der Fokus auf einer täglichen Kontrolle des Blutzuckerspiegels und einer regelmäßigen Zufuhr von Insulin. Die Insulintherapie dient dazu, den Insulinmangel auszugleichen und den Blutzucker zu senken. Dabei ist es von größter Bedeutung, weder zu wenig noch zu viel Insulin einzusetzen, damit der Zuckergehalt im Blut nicht zu hoch steigt oder zu stark abfällt. 10

Beim Typ-2-Diabetes hängt die Behandlung von unterschiedlichen Faktoren wie dem Alter, dem Vorliegen anderer Krankheiten sowie der Lebenssituation und den persönlichen Zielen der Patienten ab. Meist beinhaltet sie mehrere Therapiebausteine wie:

• Änderung des Lebensstils: Oft lässt sich der Blutzuckerspiegel bereits durch den Abbau von Übergewicht, mehr Bewegung und Rauchverzicht senken.

• Medikamente: Viele Menschen benötigen Medikamente, um ihren Zuckerstoffwechsel zu normalisieren. Manche nehmen Tabletten ein, andere injizieren sich das Insulin. Eine Kombination aus Tabletten und Spritzen ist ebenfalls möglich.

• Behandeln von Begleiterkrankungen: Häufig leiden Patienten mit Typ-2-Diabetes unter weiteren Gesundheitsproblemen wie einem hohen Cholesterinspiegel oder erhöhtem Blutdruck. Diese zu therapieren, kann gleichfalls den Blutzuckerspiegel in den Normalbereich bringen und die Lebensqualität verbessern.

• Operation: Gelingt es nicht, starkes Übergewicht (Adipositas) zu verringern, kann ein chirurgischer Eingriff infrage kommen (z. B. Magenband, Magenbypass). 11

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Was ist Insulin und welche Rolle spielt es bei Diabetes?

Insulin ist ein wichtiger Botenstoff, der für verschiedene Stoffwechselvorgänge benötigt wird. Steht dem Körper nicht ausreichend Insulin zur Verfügung oder kann er das Hormon nicht wie vorgesehen nutzen, kommt es zum Diabetes mellitus. 12

Insulinproduktion und -funktion

Gebildet wird Insulin von den Beta-Zellen der Langerhans-Inseln in der Bauspeicheldrüse. Hierauf lässt sich auch der Name des Hormons zurückführen: Das Wort Insulin entstammt dem lateinischen „insula“, das im Deutschen „Insel“ bedeutet.

Die Zellen produzieren zunächst eine Insulin-Vorstufe, das sogenannte Proinsulin. Dieses spaltet sich in ein Insulin-Molekül und ein C-Peptid auf, die beide im gleichen Verhältnis ausgeschüttet werden. In den Alpha-Zellen der Bauspeicheldrüse entsteht zugleich das Hormon Glukagon, der Gegenspieler des Insulins. Während das Inselhormon den Blutzuckerspiegel senkt, fördert Glukagon die Produktion und Freisetzung der vor allem in der Leber gespeicherten Zuckerreserven ins Blut. Das lässt den Zuckerspiegel ansteigen.

Insulin bringt den Zucker in erster Linie in die Zellen der Muskeln, des Fettgewebes, der Nieren und der Leber. Darüber hinaus beeinflusst es das Appetitempfinden im Gehirn und hemmt den Abbau von Fettgewebe. 13

Unterschied zwischen Insulinmangel und Insulinresistenz

Schüttet die Bauchspeicheldrüse weniger Insulin aus, als der Körper benötigt, spricht der Arzt von einem Insulinmangel. Bei einer Insulinresistenz ist zwar genügend Insulin vorhanden, die Insulinwirkung jedoch vermindert oder aufgehoben. Ersteres kommt beim Diabetes Typ 1 zum Tragen, Letzteres beim Typ-2-Diabetes.

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Risikofaktoren und Prävention des Diabetes Typ 1 und Typ 2

Beim Diabetes Typ 1 handelt es sich um eine vererbte Autoimmunerkrankung, bei der äußere Faktoren eine eher geringe Rolle spielen. Daher gibt es bislang keine wissenschaftlich gesicherten Präventionsmethoden. 14 Hingegen besteht beim Diabetes mellitus des Typs 2 ein hohes Präventionspotenzial, da hier neben der Vererbung auch vermeidbare krankheitsübergreifende Risikofaktoren von Bedeutung sind.

Genetische Faktoren und Umwelt

Beim Diabetes Typ 2 wird über die Gene lediglich eine Veranlagung vererbt und nicht die Krankheit selbst. Zudem kann sich im Laufe des Lebens ein Typ-2-Diabetes auch ohne das Zutun entsprechender Erbinformationen entwickeln. Ob das passiert, richtet sich nicht zuletzt nach der eigenen Lebensweise. 15 Zu den Hauptrisikofaktoren zählen:

  • eine ballaststoffarme, fett- und zuckerreiche Ernährung

  • zu wenig körperliche Aktivität

  • das Vorliegen von Übergewicht oder Adipositas

  • Rauchen

  • Medikamente, die den Zuckerstoffwechsel verschlechtern 16

Änderung des Lebensstils als wichtigste Präventionsmaßnahme

Liegt ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes in der Familie vor oder wurden bereits erste Veränderungen im Zuckerstoffwechsel diagnostiziert, können die Betroffenen versuchen, aktiv gegenzusteuern. Oftmals lässt sich diese Form des Diabetes mellitus durch Anpassungen des Lebensstils verhindern oder zumindest hinauszögern. Hierzu bieten sich beispielsweise folgende Maßnahmen an:

• Übergewicht abbauen (vor allem im Bauchbereich)

• eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung

• Einbauen von mehr Bewegung in den Alltag 17

Bei Menschen mit beeinträchtigter Glukoseregulation können außerdem medikamentöse Behandlungen mit (z. B. Metformin, Acarbose) das Risiko für Diabetes reduzieren. 18

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Seltene Formen von Diabetes im Überblick: LADA, MODY und Typ 3

Neben Diabetes Typ 1 und 2 existieren einige seltene Diabetes-Typen, die hier nicht unerwähnt bleiben sollen.

LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults)

Hierbei handelt es sich um eine besondere Form des Diabetes Typ 1, die sich zumeist in der Altersgruppe der 40- bis 60-Jährigen manifestiert. LADA-Diabetiker sind in aller Regel insulinpflichtig, auch wenn ihre Inselzellen mitunter noch geringe Mengen von Insulin produzieren. Sie brauchen nur minimale Insulindosen, fallen jedoch während der Einstellungsphase durch häufige Hypoglykämien auf. 19

MODY (Maturity-Onset Diabetes of the Young)

Ursache für diese Diabetes-Form ist die Mutation von Genen, die in den Glukosestoffwechsel involviert sind. Meist manifestiert sich der MODY-Diabetes im Kindes- oder Jugendalter. Anfangs ist die Erkrankung noch nicht insulinpflichtig. Der MODY-Anteil unter allen Diabetikern beträgt zwei bis fünf Prozent. 20

Typ-3-Diabetes

Unter dieser inoffiziellen Bezeichnung werden verschiedene Typen des Diabetes mellitus zusammengefasst, die weder dem Diabetes Typ 1 noch dem Typ 2 zuzuordnen sind. 21

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LaVieCal® für alle

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

LITERATURANGABEN

1 https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/diabetes-mellitus-zuckererkrankung/was-ist-diabetes/

2 https://www.diabetes-deutschland.de/archiv/796.htm

3 https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/diabetes-mellitus-zuckererkrankung/was-ist-diabetes/

4 https://www.dzd-ev.de/diabetes/ursachen/index.html

5 https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/diabetes-mellitus-zuckererkrankung/ursachen/

6 https://www.dzd-ev.de/diabetes/ursachen/index.html

7 https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-2-diabetes/ursachen-risikofaktoren.html

8 https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/hormon-und-stoffwechselerkrankungen/diabetes-mellitus-dm-und-st%C3%B6rungen-des-blutzuckerstoffwechsels/diabetes-mellitus-dm

9 https://www.gesundheitsinformation.de/diabetes-typ-2.html#Symptome

10 https://www.gesundheitsinformation.de/diabetes-typ-1.html#Behandlung

11 https://www.gesundheitsinformation.de/diabetes-typ-2.html#Behandlung

12 https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/diabetes/insulin-der-schluessel-zur-energie-2013478

13 https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/diabetes/insulin/insulin-das-diabetes-hormon-810351-mehrseiter-2-so-wirkt-insulin.html

14 https://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/dateien/geschichte_der_awmf/teil-2.pdf

15 https://www.diabinfo.de/vorbeugen/bin-ich-gefaehrdet/genetische-risikofaktoren-fuer-diabetes-typ-2.html

16 https://www.gesundheitsinformation.de/diabetes-typ-2.html#Risikofaktoren

17 https://www.diabinfo.de/vorbeugen/bin-ich-gefaehrdet/genetische-risikofaktoren-fuer-diabetes-typ-2.html

18 https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/hormon-und-stoffwechselerkrankungen/diabetes-mellitus-dm-und-st%C3%B6rungen-des-blutzuckerstoffwechsels/diabetes-mellitus-dm

19 https://flexikon.doccheck.com/de/LADA

20 https://flexikon.doccheck.com/de/MODY

21 https://flexikon.doccheck.com/de/Diabetes_mellitus_Typ_3

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