Schluckbeschwerden bei Krebs im Endstadium
Aktualisiert Mittwoch, 26. März 2025 um 11:19 | 8 Minuten gelesen

Es gibt eine Reihe von Symptomen, die bei Patienten mit verschiedenen Krebsarten im Endstadium auftreten können. Eines davon sind Schluckbeschwerden. Ausgelöst werden diese häufig durch den Tumor selbst, wie z.B. bei Speiseröhrenkrebs, oft aber auch durch eine vorangegangene Operation im Hals-Rachen-Raum oder durch schmerzhafte Entzündungen der Mundschleimhaut infolge krebstypischer Therapie, wie Bestrahlung oder Chemotherapie.
Nicht richtig schlucken zu können, ist nicht nur sehr unangenehm, sondern erhöht auch das Risiko für eine Mangelernährung. Doch gerade ein guter Ernährungszustand ist wichtig, um Betroffene bei Kräften zu halten und möglichst lange eine gute Lebensqualität zu bewahren.
Im Folgenden finden Sie weitreichende Informationen rund um das Thema Schluckprobleme bei Krebs. Darüber hinaus bekommen Sie praktische Tipps zum Ernährungsmanagement und zur unterstützenden Pflege von Krebspatienten mit schwerer Schluckstörung.
Die Bedeutung von Schluckbeschwerden
Beim Schluckakt handelt es sich um eine komplexe Bewegungsabfolge, die bei jedem Menschen täglich 600 bis 2.000 Mal bewusst oder unbewusst stattfindet. Sie dient zur Verbindung des Rachens mit dem Magen über die Speiseröhre. 1
Daran beteiligt sind bis zu sechs der zwölf Hirnnerven und bis zu 50 Muskelpaare im Mundraum, Rachen, Kehlkopf und Speiseröhre. Wird der Schluckvorgang durch Engstellen, eine schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut (Mukositis) oder als Nebenwirkung einer Therapie wie Chemotherapie oder Strahlentherapie gestört, kann das Kauen und Schlucken so stark beeinträchtigt werden, dass die Nahrungsaufnahme nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. 2
Die Auswirkungen von Schluckstörungen können sowohl physischer als auch psychischer Natur sein:
Physische Auswirkungen
Erstickungsgefahr: Flüssigkeiten und Bestandteile der Lebensmittel können, statt in die Speiseröhre, in die Atemwege gelangen und Erstickungsanfälle auslösen.
Lungenentzündung (Aspirationspneumonie): Das Einatmen von Lebensmittel, Speichel oder Vergleichbarem kann eine Lungenentzündung hervorrufen, die lebensbedrohlich sein kann.
Dehydratation und Mangelernährung: Probleme beim Schluckakt können dazu führen, dass die Betroffenen zu wenig Flüssigkeit und Speisen zu sich nehmen. 2, 3
Psychische Auswirkungen
Depression und Angst: Eine schwere Dysphagie kann Depressionen und Ängste verursachen. Oft benötigen die Betroffenen psychologische Unterstützung.
Soziale Isolation: Viele Patienten vermeiden wegen ihrer Schwierigkeiten mit dem Schluckvorgang das Essen in Gesellschaft und ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück.
Fatigue: Eine Mangelernährung aufgrund anhaltender Schluckbeschwerden kann zu chronischer Erschöpfung führen.

Ursachen von Schluckbeschwerden bei Krebs
Eine Störung des Schluckens entsteht unter anderem durch die Krebserkrankung oder die Krebstherapie. Beispielsweise kann ein auf die Speiseröhre drückender Speiseröhrenkrebs ebenso als Auslöser infrage kommen wie bestimmte neurologische Störungen, die den Schluckreflex im Hirnstamm beeinträchtigen.
Auch die Krebstherapie kann für Schwierigkeiten beim Schluckakt verantwortlich sein. Als Beispiel ist eine Strahlentherapie im Bereich des Kopfes oder des Halses zu erwähnen. Sie kann zu verminderter Speichelproduktion führen, wodurch der Schluckvorgang erschwert wird. Der Speichel übernimmt nämlich auch eine Gleitfunktion.
Die Chemo, als allseitsbekannte Therapie bei Krebs, kann Nebenwirkungen wie schwere Entzündungen der Mundschleimhaut zur Folge haben, die den Schluckakt schmerzhaft machen. 4
Welcher Krebs macht Schluckbeschwerden?
Schluckstörungen treten unter anderem bei folgenden Krebsarten auf:
Mundhöhlenkrebs (Tumoren der Lippen, des Gaumens, der Wangeninnenseiten, der Speicheldrüsen (verantwortlich für die Speichelproduktion), der Zunge oder des Zahnfleischs)
Rachenkrebs (Tumoren im Bereich des weichen Gaumens bis hin zum oberen Teil der Luft- und Speiseröhre)
Kehlkopfkrebs (insbesondere supraglottische Tumoren)
Speiseröhrenkrebs (Plattenepithelkarzinom oder Adenokarzinom in der Wand der Speiseröhre, oft ausgelöst durch Alkohol) 5
Lungenkrebs (kleinzelliger und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs) 6
Magenkrebs (bösartige Veränderung der Zellen im Magen) 7

Symptome und Diagnose
Wie sich Schluckstörungen bemerkbar machen, hängt in erster Linie von der Ursache ab. Liegt das Problem im Nervensystem, im Mund oder im Rachenraum, kommt es oftmals zu folgenden Symptomen:
häufiges Husten und Verschlucken beim Essen und Trinken
Probleme beim Einleiten des Schluckvorgangs
Speichel fließt aus dem Mund beim Essen
Steckenbleiben der Nahrung im Hals
vermehrtes Räuspern
wieder Hochbringen der Nahrung durch Mund oder Nase
Typische Symptome eines Schluckbeschwerden-Auslösers in der Speiseröhre
Halsschmerzen
Schmerzen oder Brennen im Bereich der Brust und des Herzens
Hustenanfälle beim Hinlegen nach Mahlzeiten
Fremdkörpergefühl (Kloß) im Hals
Übelkeit und Erbrechen
Symptome von Schluckstörungen können sich auch im Bereich der Lunge zeigen. Durch die Dysphagie kommt es zu häufigerem verschlucken der Nahrung in die Luftröhre, wo es eine Entzündung hervorrufen kann (Aspirationspneumonie). So steigen bei Patienten mit diesem Problem die Häufigkeit von Infekten und das Risiko für lebensgefährliche Lungenentzündungen.
Da Frauen und Männer mit Schluckproblemen oftmals zu wenig essen oder trinken, können auch ein sinkendes Körpergewicht sowie trockene Haut und Schleimhäute auf Probleme beim Schlucken hinweisen. 8
Die Diagnostik bei Schluckbeschwerden umfasst neben einer ausführlichen Anamnese verschiedene körperliche und apparative Untersuchungen. Der Arzt begutachtet den Mund- und Rachenbereich, tastet den Halsbereich ab und überprüft eventuell auftretende pathogene Herzgeräusche.
Um einen Speiseröhrenkrebs auszuschließen, führt der Arzt häufig eine Endoskopie durch. Weitere mögliche Optionen für den Arzt sind:
Ösophagusmanometrie
fiberoptische endoskopische Schluckuntersuchung (FEES)
Ösophagus-Breischluck (Röntgen der Speiseröhre unter Einsatz eines wasserlöslichen Kontrastmittelbreis)
Computer- und Magnetresonanztomografie 9


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Behandlungsmöglichkeiten
Abhängig vom Auslöser der Schluckbeschwerden kommen unterschiedliche Therapien in Betracht. Dazu gehört eine Anpassung der Ernährung sowie eine Schlucktherapie.
Logopäden und Logopädinnen zeigen den Betroffenen spezielle Techniken, Übungen und Tipps zur Verbesserung der Schluckfunktion. Ziel ist es, verschiedene Muskelgruppen zu trainieren, um den Schluckvorgang besser kontrollieren zu können.
Entzündungshemmer und Schmerzmittel können dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern. Für einen maximalen Effekt sollten die Präparate 30 bis 60 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden. 10
Eine gute Mundhygiene stellt sicher, dass im Falle einer Aspiration möglichst wenige krankmachende Keime in die Lunge gelangen.
Bei einem Gewichtsverlust ist es wichtig, mit dem Behandlungsteam über Alternativen zur ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen und Energie zu sprechen. LaVieCal Trinknahrung und Anreicherungspulver können helfen, das Gewicht zu stabilisieren.
Kann ein Patient oral nicht genügend Nahrung aufnehmen, sind in einigen Fällen die Ernährung über die Venen oder die Gabe von Sondennahrung angezeigt. 11

Ernährungsmanagement: Was essen, wenn man kaum schlucken kann?
Ernährungsanpassungen spielen bei Schluckstörungen eine wichtige Rolle. Sie tragen zur sicheren oralen Nahrungsaufnahme bei und helfen, Aspirationen durch ungeeignete Kost zu vermeiden.
Da sich die verschiedenen Lebensmittel unterschiedlich gut kauen und schlucken lassen, sollte die Anpassung immer entsprechend den individuellen Bedürfnissen erfolgen.
Grundsätzlich nicht geeignet sind Speisen mit Fasern, Körnern, Schalen, Kernen sowie trockener und klebriger Konsistenz. Auch Alkohol ist nicht zu empfehlen. Leicht zu schlucken sind „feuchte“ Nahrungsmittel.
Das Berücksichtigen persönlicher Kostvorlieben sorgt dafür, dass trotz Schluckproblemen der Faktor Genuss nicht zu kurz kommt. Unter Umständen können hochkalorische Ergänzungsnahrungen nötig sein, um eine Mangelernährung zu verhindern.
Erfahrungsgemäß können die meisten Menschen mit Schluckstörungen folgende Lebensmittel und Speisen gut verzehren:
breiige und pürierte Kost wie Kartoffelpüree, Cremesuppen, Obstmus, Grießbrei, Smoothies
dickflüssige Milchprodukte wie Joghurt, Buttermilch und Kefir
weichgekochte Lebensmittel wie Zucchini
Speisen mit hohem Energiegehalt wie Eiscreme, Pudding und Milchshakes
mit Fett (z. B. Butter, Pflanzenöle, Margarine, Sahne) angereicherte Speisen, da diese gleitfähiger sind
geeiste Suppen wie Gurkensuppe (wohltuend bei schmerzender Schleimhaut)
gefrorene milde Säfte/ Getränke in Eiswürfelform zum Lutschen
kohlensäurearme oder -freie Getränke wie Leitungswasser, stilles Mineralwasser, Säfte, Tees (müssen bei erhöhtem Aspirationsrisiko ggf. angedickt werden)

Unterstützende Pflege und Lebensqualität
Die unterstützende Pflege ist ein wesentliches Element der Behandlung von Krebspatienten im Endstadium. Sie zielt darauf ab, Symptome zu lindern, Nebenwirkungen zu verringern und die psychologische Betreuung zu verbessern. Mögliche Pflegeleistungen für Betroffene sind:
Schlucktherapie: Übungen und Techniken zur Verbesserung der Schluckfunktion
Ernährungsberatung: Sicherstellen, dass die betroffenen Menschen trotz Schluckbeschwerden ausreichend Nährstoffe erhalten
Schmerztherapie: Einsatz von Medikamenten und anderen Methoden zur Schmerzkontrolle
psychologische Unterstützung: Bereitstellen von Beratungsangeboten, Selbsthilfegruppen und Online-Plattformen, die Krebspatienten und ihren Angehörigen helfen, mit den emotionalen Folgen der Krebserkrankung umzugehen
Pflegemaßnahmen bei Schluckproblemen
Die Ernährung bei Krebs kann durch Schluckbeschwerden sehr anstrengend sein. Um das Essen und der Getränke weiterhin genießen zu können, sollte ein Ziel im Pflegealltag darin bestehen, ein Mindestmaß an Appetit und Genuss zu erhalten. Dabei kann es helfen:
sich Zeit zu nehmen, um für eine ruhige Umgebung ohne Ablenkung zu sorgen
abwechslungsreiche, ausgewogene Mahlzeiten zuzubereiten
die Speisen appetitlich anzurichten und den Teller ins Blickfeld zu stellen
beim Anreichen der Nahrung das Essen in kleinen Mengen und nicht zu schnell zu verabreichen
aktive Anleitung zum Kauen oder Schlucken zu geben
Nach dem Essen ist es wichtig, verbliebene Reste der Lebensmittel aus dem Mund des Krebspatienten zu entfernen und eine Mundpflege durchzuführen, um das Aspirations- und Infektionsrisiko zu senken. 12


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Fazit: Hohe Lebensqualität trotz Schluckstörung
Krebsbedingte Schluckstörungen sind nicht nur signifikante Risikofaktoren für Erstickungsanfälle, schwere Atemwegsinfektionen, Mangelernährung und Dehydration. Sie können auch das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden der Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich beeinträchtigen.
Gerade im Endstadium von Krebs können eine angepasste Ernährung, individuell zugeschnittene pflegerische Maßnahmen und psychologische Unterstützung den Alltag der Betroffenen erleichtern, Gesundheitsrisiken reduzieren und eine höchstmögliche Lebensqualität sicherstellen.

FAQ:
Was passiert im Körper bei Krebs im Endstadium?
Das Endstadium einer Krebserkrankung kann von Patient zu Patient unterschiedlich verlaufen. Häufige Symptome sind:
extreme Erschöpfung und Schwäche
Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
Schluckstörungen bis hin zur Schlucklähmung
Wassereinlagerungen
Atembeschwerden
starke Schmerzen
Veränderungen im Bewusstseinszustand (Desorientierung, Verwirrung)
Wie lange lebt man mit Stadium 4?
Die Lebenserwartung kann stark variieren, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt. Dazu gehören unter anderem:
Art des Krebses
allgemeiner Gesundheitszustand und Alter des Betroffenen
Reaktion auf die Behandlung (Krebstherapie)
Eine Krebserkrankung im Stadium 4 bedeutet nicht zwangsläufig das Endstadium. Von diesem ist erst die Rede, wenn der sie weit fortgeschritten ist und keinerlei Aussicht auf Heilung besteht.

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.
LITERATURANGABEN
1 https://www.klinikum-straubing.de/fileadmin/Barmherzige_Straubing/1_Patienten_Besucher/Ganzheitliche_Unterstuetzung/Integrative_Onkologie/Informationsblaetter/Kau-_und_Schluckbeschwerden.pdf
2 https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verdauung/Schluckstoerung-Dysphagie.html
3 https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/patienten-und-besucher/expertentipps/gesundheit/schluckstoerungen
4 https://www.cancer.lu/de/krebsarten/behandlungen/nebenwirkungen-bewaeltigen/nebenwirkungen-der-chemotherapie/dysphagieschluckstoerung
5 https://www.schluckstoerungen.com/schluckstoerungen-bei-krebs/
6 https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/definition/frueherkennung.html
7 https://www.marienhospital-herne.de/fachbereiche/klinik-fuer-strahlentherapie-und-radio-onkologie/behandlungsspektrum-nach-organen/magen/magenkrebs.html
8 https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/verdauungssystem/dysphagie-symptome-ursachen-und-therapie/
9 https://flexikon.doccheck.com/de/Dysphagie
10 https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/nebenwirkungen-der-therapie/beschwerden-bei-krebstherapien-und-gegenmassnahmen/sch.html
11 https://www.was-essen-bei-krebs.de/was-essen-bei/beschwerden/kau-und-schluckbeschwerden/
12 https://www.pflege.de/krankheiten/dysphagie-schluckstoerung/
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